Frauengruppe

1995 wurde die Idee geboren, eine Frauengruppe zu gründen, und Martina Reicksmann erklärte sich bereit, sie zu leiten. Wir trafen uns einmal im Monat in der Geschäftsstelle des Blinden- und Sehbehindertenvereins Bremen. In den Anfängen waren wir fünf bis sieben Frauen. Für jedes Treffen war ein Thema vorgegeben, über das lebhaft diskutiert wurde.

Immer mehr Frauen kamen zu unseren Treffen, auch Begleit-personen waren herzlich willkommen und somit wurde es uns in der Geschäftsstelle zu klein. Inzwischen hatte Renate Schubert die Leitung der Frauengruppe übernommen. Wir fanden einen Raum im Intercityrestaurant.

Mittlerweile treffen wir uns, wenn keine Unternehmungen stattfinden, im Hotel Zur Post in Bahnhofsnähe. Da unsere Unternehmungen stets mehr werden, wird die Gruppe so gut angenommen, dass wir inzwischen zwanzig Frauen sind.

Einige Male luden wir Referenten zu uns ein: Einen Notar, der uns über das Erbrecht informierte; eine Apothekerin, sie erzählte uns etwas zu freiverkäuflichen Medikamenten; ein sehr bewegender Vortrag war der über das Hospiz; durch ein sehendes Mitglied unserer Frauengruppe, kamen wir in den Genuss eines Gedichte-Lieder-Nachmittages.

Einige von vielen Fahrten und Besichtigungen möchte ich gern auch noch herausgreifen: Das Auswanderermuseum in Bremerhaven, den Hundertwasserbahnhof in Uelzen, eine Fahrt nach Hamburg in die Blindenhörbücherei mit anschließender Stadtrundfahrt. Auch in Bremen waren wir viel unterwegs: im Schulmuseum, Führung durch den Schnoor, Besuch in einem Kloster, wo wir sehr nett aufgenommen wurden.

Diese Zeilen sind ein kleiner Abriss dessen, was die Frauengruppe in den letzten Jahren unternommen hat. Edna Bäkefeld

Kontakt: Renate Schubert
über die Geschäftsstelle 0421 - 24 40 16 10

 


 

Wochenendfahrt nach Bad Meinberg

20 Jahre Frauengruppe im Blinden- und Sehbehindertenverein Bremen e.V. (BSVB) Jeden Monat kommen blinde und sehbehinderte Frauen im BSVB zusammen, um sich auszutauschen und Ausflüge in die nähere Umgebung von Bremen zu machen. Am Freitag, 16. Oktober 2015 hatte die unternehmungslustige Gruppe unter der Leitung von Renate Schubert ein ganz besonderes Ziel: Aus Anlass des 20jährigen Bestehens ging es nach Bad Meinberg in das Hotel Aura Inklusive, das auf die Bedürfnisse blinder und sehbehinderter Gäste ausgerichtet ist.

Nach einem Begrüßungssekt und anschließendem Kaffee und Kuchen erkundete die Gruppe Bad Meinberg. Hier waren Vorbereitungen für den alljährlichen Bauernmarkt in vollem Gange.

Der Samstag war einem Ausflug nach Lemgo vorbehalten. Bei strömendem Regen wanderte die Gruppe durch die heute rund 40.000 Einwohner zählende, alte Hansestadt, die im Jahre 1190 gegründet wurde. Da hier im zweiten Weltkrieg keine einzige Bombe fiel, blieben viele Fachwerkhäuser erhalten. Lemgo liegt am Schnittpunkt der Reiserouten, die Herford im Westen und Hameln im Osten sowie Minden im Norden und Paderborn im Süden miteinander verbanden. Die Stadtgründung diente dem Schutz der Reisenden. Der Stadt brachten die Reisenden gute Einnahmen, und der florierende Handel machte Lemgo reich. Der Begriff „steinreich“ stammt übrigens aus dem Mittelalter. Er benennt die Eigenschaft derjenigen Bürger, die es sich leisten konnten ihr Haus komplett aus Stein zu bauen und nicht aus Fachwerk. Der Stadtführer, der selbst in Lemgo aufgewachsen ist, machte die Gruppe sogar auf einen Bezug zu Bremen aufmerksam: Weser-Renaissance (1500 – 1650) ist ein kulturhistorischer Begriff und bezeichnet einen Baustil in Ostwestfalen-Lippe bis hinauf nach Bremen. Ein wichtiges Merkmal sind die Fächer-Rosetten. Die Fassade des Bremer Rathauses ist im Stil der Weser-Renaissance gestaltet.

Am Nachmittag stand die Besichtigung des Hexen-Bürgermeister-Hauses auf dem Programm. Das Gebäude, das heute städtisches Museum ist, diente dem Bürgermeister Herrmann Cothmann im 17. Jahrhundert als Wohnsitz. Es war die Zeit der Hexenverfolgung, die auch in Lemgo vielen unschuldigen Frauen das Leben kostete.

Zurück in Bad Meinberg ließ die Gruppe den ereignisreichen Tag gemütlich ausklingen. Vor der Abreise am Sonntag war noch reichlich Zeit, den Bauernmarkt in Bad Meinberg zu besuchen. Die Wochenendfahrt hat allen Gruppenmitgliedern sehr gut gefallen. Sie bot reichlich Gelegenheit, einander noch besser kennenzulernen.

Martina Reicksmann