Führhundhalter Gruppe (Bremen - Niedersachsen)

Der Arbeitskreis Blindenführhundhalter im Blindenverband Niedersachsen e. V. und im Blinden- und Sehbehindertenverein Bremen e. V.

Blindenführhund bei der Arbeit

Der Blindenführhund ist nicht nur ein treuer Begleiter für den blinden oder hochgradig sehbehinderten Menschen sondern auch im Sinne des Gesetzes ein anerkanntes Hilfsmittel.

Bevor sich eine interessierte blinde oder hochgradig sehbehinderte Person für einen Blindenführhund entscheidet, sollte sie sich darüber im Klaren sein, welcher Aufwand auf sie zukommt. Einen Blindenführhund kann man nicht wie einen Langstock in die Ecke stellen. Der Hund hat seine tierischen Bedürfnisse, möchte im Geschirr, an der Leine oder dem Freilauf mit Artgenossen ausgiebig spielen. Dies ist sehr wichtig für das Sozialverhalten des Hundes. Der Hund muss bei Wind und Wetter ausgeführt werden. Die tägliche Fellpflege gehört auch dazu. Diese steigert die Bindung zum Hund. Selbst im Haus oder der Wohnung möchte der Hund mit seinem Menschen spielen. Dies erhöht ebenfalls die Bindung und das Zusammengehörigkeitsgefühl als Team.

Der Arbeitskreis bietet diesbezüglich im Rahmen seiner engagierten Hilfe und des jährlichen Fortbildungsseminars einen Schnupperkurs beziehungsweise bei den Stammtischtreffen einen Erfahrungsaustausch unter den Blindenführhundhaltern an.

Wichtig zu wissen ist, dass es in Deutschland cirka 40 Blindenführhundschulen gibt, die dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband bekannt sind. Der Arbeitskreis darf von diesen Schulen weder eine empfehlen noch von einer abraten. Mein Tipp ist, sich mit den Inhabern von Blindenführhundschulen zu unterhalten. Sich vor zu informieren und dann mit einem Bauchgefühl zu entscheiden. Aus Sicht der Mitglieder des Arbeitskreises ist anzuraten, dass man sich mindestens drei Schulen ansehen sollte, um dann für sich eine Entscheidung zu treffen. Erst dann sollte man einen Kostenvoranschlag anfordern. Diesen reicht man dann zusammen mit einer augenärztlichen Verordnung bei seinem Kostenträger ein. In der Regel wird, bevor der Blindenführhund bewilligt wird, der medizinische Dienst beauftragt, sich das häusliche Umfeld und die Mobilität des Antragsstellers anzusehen. Bei einem ablehnenden Bescheid durch den Kostenträger, sollte immer Widerspruch eingelegt werden.

Am wichtigsten ist es für das gute Funktionieren eines Gespannes in der Öffentlichkeit, dass die blinde oder hochgradig sehbehinderte Person ihrem Blindenführhund im Führgeschirr im öffentlichen Straßenverkehr absolut vertraut.

Was kann der Blindenführhund?

Der Blindenführhund führt den blinden- oder hochgradig sehbehinderten Menschen überall dort hin, wo sein Halter möchte. Dabei achtet er während des Führens auf Boden- und Höhenhindernisse, Auslagen und sonstige Hindernisse aller Art. Bei Baustellen beispielsweise führt der Blindenführhund seinen Menschen sicher an dieser vorbei, indem er die Baustelle am Bauzaun oder Flatterband umläuft. Mittels verschiedener Hörzeichen wie zum Beispiel „Such Eingang“, „Such Treppe“, „Such Lift“ oder „Such Box“ (Briefkasten), bringt der Blindenführhund seinen Menschen zu dem jeweils durch das Hörzeichen angegebenen Ort, Gegenstand (Ampel, Zebrastreifen, Haltestelle und so weiter). Der Blindenführhund bekommt in seiner Ausbildung circa dreißig Hörzeichen beigebracht, die später bei seinem Menschen individuell ausgebaut werden können.

Im Gegensatz zum Langstock bringt der Blindenführhund den blinden- oder hochgradigen Sehbehinderten dort direkt hin, wo er hin will. Beim Langstock muss sich der Blinde oder hochgradig Sehbehinderte das anzusteuernde Ziel durch Ertasten oder Pendelbewegungen mit dem Langstockes selbst erarbeiten, was natürlich bei einer sehr stark ausgeprägten Geräuschkulisse sehr schwer ist. Hinzu kommt eine sehr hohe Konzentration. Der Langstock kann einen blinden oder hochgradig sehbehinderten Menschen nicht vor unterlaufbaren Seiten- und Höhenhindernissen schützen. Um hier einen Kopfschutz zu bekommen, muss der blinde oder hochgradig sehbehinderte Mensch die jeweils andere Hand, die er frei hat, ständig schützend vor den Kopf halten. Selbst ein Sensorlangstock kann nicht einwandfrei vor solchen unterlaufbaren Seiten- und Höhenhindernissen schützen.

Welche Hunderassen werden ausgebildet?

In der Regel werden meistens Labradore, Schäferhunde, Golden Retriever oder Pudel als Blindenführhunde ausgebildet. In jedem Fall müssen sie laut Qualitätskriterien über eine bestimmte Größe verfügen. Des Weiteren hat der Hund, bis er zur Ausbildung kommt, eine Vielzahl von Hürden und gesundheitlichen Prüfungen zu bestehen.

Die Ausbildung des Blindenführhundes

Die meisten Blindenführhundschulen kaufen Welpen von Züchtern. In seltenen Fällen gibt es aber auch Führhundschulen, die ihre Hunde selber züchten. Beim Ankauf der Welpen werden diese zwischen der achten und zehnten Lebenswoche von ihrer Mutter getrennt. Die Welpen gehen dann zur Aufzucht in so genannte Patenfamilien der Führhundschule.

Zwischen dem zwölften und fünfzehnten Lebensmonat kommen die Junghunde in die Führhundschule. Dort wird zunächst eine Tauglichkeitsuntersuchung durch einen Tierarzt vorgenommen. Wird die Tauglichkeit zum Blindenführhund bescheinigt, beginnt die eigentliche Ausbildung. Die Ausbildungslänge beträgt circa sechs bis zehn Monate. Ist die Ausbildung abgeschlossen, wird nochmals eine Abgangsuntersuchung beim Tierarzt der Führhundschule vorgenommen. Alle Blindenführhunde werden vor der Abgabe an die zukünftigen Halter kastriert.

Es erfolgt in der Regel zuerst ein zweiwöchiger Einweisungslehrgang am Standort der Führhundschule. Anschließend kommt es zum Einweisungslehrgang für circa eine Woche am Wohnort des Blindenführhundhalters. Danach wird eine Gespannprüfung abgelegt. Diese ist durch einen unabhängigen Gespannprüfer, der von dem Kostenträger beauftragt wird, abzunehmen. Es gibt Kostenträger, die nach einem halben Jahr eine weitere Gespannprüfung abnehmen lassen. Niemand braucht davor Angst zu haben. Selbst wenn sie negativ ausfällt, wird dem Halter der Blindenführhund nicht wieder weggenommen. Es handelt sich dabei nur um eine Momentaufnahme. Wenn etwas nicht klappt, ist die Blindenführhundschule in der Pflicht, den Führfehler abzustellen. Danach wird der Teil erneut nachgeprüft. Zu dem gibt es ja auch eine zweijährige Gewährleistungspflicht.

Bild eines Labradors der auf die Ampeltaste drückt

„Hier „bedient“ der Labrador die Taste der Akkustikampel“

Mitglieder des Arbeitskreises Blindenführhundhalter sind Führhundhalter aus dem Blinden- und Sehbehindertenverein Bremen und den einzelnen Blinden- und Sehbehindertenregionalvereinen aus Niedersachsen.

Die Arbeitskreisleitung besteht aus der Landessprecherin oder dem Landessprecher und dessen Stellvertreterin bzw. Stellvertreter und einer Beisitzerin oder eines Beisitzers.

Die Arbeitskreisleitung berät interessierte Personen, die sich für einen Führhund, Erstführhundhundhalter und natürlich auch Führhundhalter, die schon mehrere Jahre einen Führhund haben. Es werden Hilfestellungen bei der Beantragung, der Wiederversorgung und im Widerspruchsverfahren gegeben. Der Arbeitskreis hat ein offenes Ohr für Probleme der Blindenführhundhalter und ist bemüht, gemeinsam mit dem BSVB und dem BVN eine Problemlösung zu finden.

Der Arbeitskreis lädt einmal jährlich zu einem Fortbildungsseminar ein, welches an einem verlängerten Wochenende stattfindet. Darüber hinaus bietet der Arbeitskreis ein Tagesseminar an. In Bremen und Hannover findet ein Stammtisch für Blindenführhundhalter und am Thema Blindenführhund interessierte Personen statt.

Gerda Mittag , Landessprecherin AK Führhundhalter
Kontakt: 0511 - 54 45 34
E-Mail: gerda-mittag[at]web.de

Homepage Führhunde Bremen-Niedersachsen:
www.bfh-niedersachsen.de


Führhundhalter – Neue Arbeitskreisleitung

Anlässlich der diesjährigen Mitgliederversammlung des Arbeitskreises der Führhundhalter im Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen e.V. (BVN) und des Blinden- und Sehbehindertenvereins Bremen(BSVB) am 05. 04. 2014 konnte der Arbeitskreisleiter Manfred Beckmann 20 Führhundhalter mit ihren Hunden und zahlreiche Begleitpersonen in den Räumen des BVN in Hannover begrüßen. Besonders erfreut zeigte er sich, dass er als Gäste die Vorsitzende des BVN, Helga Neumann, den Stellvertretenden Vorsitzenden, Hans-Joachim Hoffmann und den Geschäftsführer des BVN, Hans-Werner Lange, als Gäste begrüßen zu können. Dieses zeigt wie hoch doch die Stellung der Führhundgruppe im BVN ist.

Nach den Formalien und einigen Anträgen standen auch Neuwahlen der Arbeitskreisleitung auf dem Programm.

Die Mitglieder wählten als neue

Landessprecherin / Arbeitskreisleiterin
Gerda Mittag (Regionalverein Hannover)
Telefon: 0511 - 51 45 34
Mobil: 0176 62 19 94 43
E-Mail: gerda-mittag[at]web.de

Helga Howe, sellv. Ak.-Leiterin
Telefon: 04961 - 71 10 7
E-Mail: helga.howe[at]physio.de

Thorsten Naumann, Beisitzer (Regionalverein Hannover)
Telefon: 0261 - 8 05 89 34
Mobil: 0170 14 12 291
E-Mail: thorsten-naumann[at]gmx.de

Der BVN Geschäftsführer Hans-Werner Lange, gratulierte den neu gewählten Mitgliedern und wünschte der neuen Arbeitskreisleitung für die Zukunft alles Gute.

Gerda Mittag Arbeitskreisleiterin im BVN und BSVB


Zugang mit Blindenführhund in Lebensmittelgeschäfte, Gesundheitseinrichtungen, zu Kulturveranstaltungen und anderen

Bereichen des öffentlichen Lebens

Leider kommt es immer wieder zu Schwierigkeiten, wenn blinde oder sehbehinderte Menschen in Begleitung ihres Führhundes ein Restaurant, ein Lebensmittelgeschäft, eine Arztpraxis oder ein Konzerthaus betreten wollen.

Den Entscheidungsträgern, die den Zutritt verwehren, sind folgende Fakten zumeist nicht bekannt:

Blindenführhunde sind medizinische Hilfsmittel

Blindenführhunde erkennt man am weißen Führgeschirr, sie sind nach §33 des Sozialgesetzbuchs, fünftes Buch, als medizinisches Hilfsmittel anerkannt, vergleichbar mit einem weißen Langstock bzw. einem Rollstuhl. (Produktgruppe 99 des Hilfsmittelkatalogs https://hilfsmittel.gkv-spitzenverband.de/untergruppeAnzeigen_input.action?untergruppeId=756)

Führhunde machen ihre Halter weitestgehend unabhängig von fremder Hilfe und ermöglichen ihnen ein selbstbestimmtes Leben.

Vor einer Versorgung mit einem Führhund zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wird eingehend durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen geprüft, ob der Antragsteller in der Lage ist, die Verantwortung für das Tier zu übernehmen. Dazu gehört u.a. die Aufsichtspflicht. Sollte diese verletzt werden, ist eine Wiederversorgung zu Lasten der GKV ausgeschlossen. Daher ist es Blindenführhundhalterinnen und -haltern nicht möglich, den Hund unbeaufsichtigt vor der Tür oder gar an einer Straße abzulegen.

Teilhabe und Barrierefreiheit

Nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) vom 14. August 2006 stellt ein generelles Verbot der Mitnahme eines Blindenführhundes in aller Regel eine unzulässige Diskriminierung im Sinne von §§ 3 Abs. 2, 19 AGG dar. Dies gilt ungeachtet eines generellen Verbotes zur Mitnahme von Hunden und auch ungeachtet der Regelungen zum Hausrecht. http://www.gesetze-im-internet.de/agg/BJNR189710006.html

Beachten Sie dazu bitte auch die Ausführungen zur Barrierefreiheit in Artikel 9 im Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderung (Behindertenrechtskonvention – BRK). Dort heißt es, dass die zu ergreifenden Maßnahmen, Barrierefreiheit herzustellen, sowohl menschliche als auch tierische Assistenz einschließen (Absatz e).

http://www.behindertenbeauftragter.de/SharedDocs/Publikationen/DE/Broschuere_UNKonvention_KK.pdf?__blob=publicationFile

Keine (Hygiene-)Risiken durch Führhunde:

Führhunde haben ein freundliches Wesen und werden regelmäßig tierärztlich betreut (Impfungen, Parasitenbehandlung etc.)

Hygienevorschriften im Lebensmittelbereich:

Die Lebensmittelhygiene-Verordnung vom 05. August 1997 wurde durch das Inkrafttreten des sogenannten „EU-Hygienepakets“ abgelöst. Danach besteht kein Verbot für das Führen von Blindenführhunden in Verkaufsräumen von Lebensmittelunternehmen.

Dazu ist dem DBSV auf eine Anfrage am 10.11.1999 an das Bundesministerium für Gesundheit u.a. folgendes mitgeteilt worden: „...Damals stellte jedoch die Begründung zur Lebensmittelhygiene-Verordnung (Bundesrats-Drucksache 332/97) klar, dass grundsätzlich beim Mitführen von Blindenführhunden durch Blinde keine nachteilige Beeinflussung der Lebensmittel vorliege.“

Es bestehen also keine Einwände, Blindenführhunden in den dem Publikum zugänglichen Teil von Verkaufsräumen Zutritt zu gewähren. Damals wie heute ist es möglich, Lebensmittel unter hygienisch nicht zu beanstandenden Umständen in Verkehr zu bringen und gleichzeitig Blindenführhunden den Zutritt zu den Verkaufsräumen zu gestatten.Hygienevorschriften im Gesundheitswesen:

Bereits 1996 attestierte Prof. Henning Rüden vom Hygieneinstitut der Freien Universität Berlin Führhundhalterinnen und Führhundhaltern Zutritt in Arztpraxen und Krankenhäusern. In seiner Stellungnahme vertritt er die Auffassung, dass bei Beachtung einiger Empfehlungen ein Verbot von Blindenführhunden in Praxis- und Krankenhausräumen aus infektionspräventiven Gründen nicht gerechtfertigt ist - zumal ein solches Verbot die Bewegungsfreiheit blinder Menschen deutlich limitieren würde.

Für eine Mitnahme gelten dem Hygieneexperten zufolge im Wesentlichen diese Voraussetzungen:

  • Der Hund muss ein speziell ausgebildeter Führhund und als solcher mit dem Führgeschirr gekennzeichnet sein. -
  •  Er darf nicht krank, verletzt oder von Parasiten befallen sein.
  •  Personal und Patienten dürfen den Hund weder streicheln noch mit ihm spielen.
  • Bei einem Besuch im Krankenhaus befindet sich der Patient nicht auf einer Intensiv- oder Isolierstation.
  •  Er und seine Mitpatienten haben keine Hundephobie oder -allergie.

Auf eine Anfrage des Arbeitskreises der Führhundhalterinnen und -halter im DBSV schlossen sich die Bayerische Kassenärztliche Vereinigung, die bayerische Landesärztekammer, die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe und die Landeskrankenhausgesellschaft Thüringen Professor Rüdens Auffassung an. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft richtete darüber hinaus ein Rundschreiben an alle Mitgliedsverbände, das ebenfalls die Meinung von Professor Rüden wiederspiegelt: http://www.dkgev.de/dkg.php/cat/43/aid/9114

Supermarktketten, bei denen freier Zutritt mit Führhund von der Unternehmensleitung garantiert ist (alphabetisch geordnet):

Auf eine Anfrage des Arbeitskreises der Führhundhalterinnen und -halter im DBSV antworteten die folgenden Unternehmen positiv auf die Anfrage, ob Führhundhalterinnen und Führhundhalter mit ihren tierischen Assistenten Zugang in die Verkaufsfilialen haben:

Aldi-Süd
mail(at)aldi-sued.de


Alnatura GmbH

www.alnatura.de

Denns
www.denns-biomarkt.de

dm-drogerie markt GmbH + Co. KG
gebührenfreien Rufnummer 0800 3658633 oder www.facebook.com/dm.Deutschland.

EDEKA ZENTRALE AG & Co. KG
kann aufgrund des Unternehmenskonzept (genossenschaftlich geprägter EDEKA-Verbund) den Zutritt nicht garantieren, setzt sich aber bei Schwierigkeiten in Filialen gerne ein, den Einkauf barrierefrei zu gestalten. www.edeka.de Telefon: 040 - 6377 - 2777

Kaufland -
hat einen Eintrag in seine Hausordnung aufgenommen service(at)kaufland.de

Lidl –
hat einen Eintrag auf seiner Homepage: http://www.lidl.de/de/Unsere-Serviceleistungen

Netto -
hat einen Eintrag auf seiner Homepage: http://www.netto-online.de/Gesellschaft-Kunden-mit-Behinderung.chtm

Penny –
hat einen Eintrag auf seiner Homepage: http://www.penny.de/service/faq/

Rossmann GmbH
service(at)rossmann.de Hier die Original-Email zum Runterladen als word und als pdf

tegut… gute Lebensmittel
http://www.tegut.com
http://www.facebook.com/tegut
http://www.twitter.com/tegut WASGAU Einzelhandels GmbH
http://www.wasgau-ag.de

Wurst-König GmbH & Co.
http://www.wurst-koenig.de
Hat die Mitarbeiter/-innen in den Filialen angewiesen, den Zutritt mit Führhund zu ermöglichen.

Hilfe und Unterstützung bei verwehrtem Zutritt:
Wenn Ihnen als Führhundhalterin oder Führhundhalter der Zutritt mit Hund verwehrt wurde, wenden Sie sich bitte an Ihren Fachgruppensprecher oder /-sprecherin (51 KB) oder an den Bundessprecher des Arbeitskreises Führhundhalter:
Robert Böhm, Tel.: 0160 - 9389 6312, E-Mail: robert.boehm(at)bbsb.org

Er kann dann persönlich und direkt mit den Verantwortlichen in Kontakt treten.

 


"Führhund aktiv" - Die Arbeitskreisleitung lädt ein

Liebe Führhundhalter, Interessierte und Freunde, Heute möchten wir euch eine neue Idee zum Thema „Aktivität und Öffentlichkeitsarbeit“ vorstellen, die sich der Vorstand des Arbeitskreises „Führhundhalter“ im Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen e.V. (BVN) und im Blinden- und Sehbehindertenverein Bremen e.V. (BSVB) überlegt hat.

Unter dem Motto „Führhund aktiv“ wollen wir gemeinsam mit Führhundhaltern und ihren Führhunden, Intressierten und Freunden Aktivitäten wie Besichtigungen, Führungen, Wanderungen und vieles mehr in ganz Niedersachsen / Bremen unternehmen und erleben.

Wir freuen uns, wenn viele Vorschläge und Ideen auch von Euch an uns weitergegeben werden.

Ansprechpartnerin ist Gerda Mittag
Telefon: 0511 - 51 45 34,
Mobil: 0176 - 62 19 94 43 oder
E-Mail: gerda-mittag[at]web.de

Gerda mit Kora

 


Gesprächskreis für Führhundinteressenten

Der Arbeitskreis der "Führhundhalter" im Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen e.V. (BVN) und im Blinden- und Sehbehindertenverein Bremen e.V. (BSVB) bietet einen regelmäßigen Gesprächstermin für all diejenigen, die an einem Führhund interessiert sind.

Hier bekommen Sie Tips zur Beantragung eines Führhundes, zur Wahl einer Führhundschule und viele weitere Informationen zum Thema Blindenführhund.

Dieser Gesprächskreis findet regelmäßig am letzten Montag in jeden geraden Monat von 17:00 bis 19:00 Uhr statt.

Ort:
Die Räume der Geschäftsstelle des Regionalvereins Hannover im BVN,
Kühnsstraße 17,
30539 Hannover.

Gerda Mittag, Landessprecherin des Arbeitskreises "Führhundhalter"

 


Bericht über das Wochenendseminar der Führhundhalter vom 29. Oktober bis 1. November2015 in Bad Meinberg

Wir, das sind Aliha, Merlin, Nepumuk und Rocco, unser Beruf Führhund ist für uns auch eine Berufung. Wir sind die heimlichen Chefs des Arbeitskreises der Führhundhalter in Niedersachsen / Bremen.

So haben wir auch mittels Knochentelefon unsere Berufskollegen aus Nah und Fern kontaktiert und viele kamen. Rocco meinte zwar, dass sein Frauchen ganz viele Mails verschickt hatte, aber wohl nur für die Zweibeiner.

Egal, wir vier konnten am Mittwoch schon knapp die Hälfte der teilnehmenden Hunde mit ihren zweibeinigen Begleitern begrüßen, prima! Das Haus wird nach dem Wochenende aussehen ... natürlich nicht, denn wir Führhunde wurden immer erst gesäubert, bevor wir das Aura betreten durften.

Am Donnerstag kam dann die andere Hälfte - doch für die Begrüßung hatten wir gar keine Zeit. Das WDR-Fernsehen war da und hat einen Beitrag für die Abendnachrichten gedreht. Das war spannend - wir durften die Kamera untersuchen. Nepumuk tat dies während der Aufnahme sehr ausführlich und kroch fast in das Objektiv. Hoffentlich erschreckten sich die Zuschauer nicht zu sehr.

Unsere Chefin, Gerda Mittag, gab ein kurzes Interview und dann ging es richtig los. Die Zweibeiner zogen mit uns in die Cafeteria. Och menno, nur Kaffee und Kuchen, nix für uns. Also hielten wir Siesta. Wir, das sind 38 Führhunde und noch etwa 6 Familienhunde.

Nach dem Kaffeetrinken begrüßte Gerda Mittag die zwei- und vierbeinigen Teilnehmer und die Ehrengäste Renate Scheller-Stöber (Vorsitzende des Blinden- und Sehbehindertenverein Bremen) und Rosel Kohlmeier (Vorstandsmitglied vom Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen).

Für die kommenden Tage wurden wir dann in Gruppen eingeteilt. Es gab die Pünktchen-, Eier-, Sternchen- und Herzgruppe. Somit konnten wir am Freitag und Samstag in Kleingruppen arbeiten.

Nach dem Abendessen im Restaurant informierte Frau Dr. Ramona Saba-Buttkewitz über das Thema Ernährung. Sie erklärte die Fütterungsarten und klärte über Futtermythen auf. Der Abend endete für uns dann mit einen kurzen Ausflug in den Wald und anschließend träumten wir auf den Hundedecken in unseren Zimmern.

Am Freitag und Samstag gab es für jede Gruppe einen Plan, nach dem die vier Referenten der Reihe nach im Wechsel besucht wurden.

Zunächst war da Frau Dr. Nina Eberle, die unseren Zweibeinern die Angst vor Tumorerkrankungen nahm. Bei ihr merkte man, dass sie zu den TOP Tieronkologen in Deutschland gehört. Ohne in die medizinische Fachsprache zu verfallen, erklärte sie die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten und beantwortete ganz viele Fragen.

Dann gab es einen Workshop, der uns Vierbeinern viel besser gefiel - Christina Sondermann war mit ganz vielen Kisten, Kartons und Tüten gekommen und was sollen wir euch sagen, die waren alle bis obenhin voller Spielzeug, kaufbares und bastelbares. Das war ein Spaß, ein Workshop so ganz nach unserem Geschmack. Wir lernten das Spielen mit einfachsten Dingen und es gab dazu ganz viele Leckerlies.

Für unsere Gesundheit war dann Claudia Meier zuständig. Die Physiotherapeutin prüfte bei jedem Hund, ob es eventuell Probleme und Verspannungen gab und besprach mit unseren Herrchen und Frauchen die Möglichkeiten der Behandlung.

Das war prima, jemand, der sich nur um uns kümmerte und das auch noch allein und nicht in der ganzen Gruppe. So konnten wir sonst so starken Hunde auch mal zeigen, wo es uns zwickt. Zum Schluss stand dann noch Wellness pur auf dem Programm. KmK - Kuscheln mit Kathrin, oder wie die Zweibeiner sagten, Fellpflege für alle Felle.

Kathrin Weber-Krüger zeigte unseren Haltern die richtige Fellpflege, wobei meist nur ein paar Tipps notwendig waren, denn wir Führhunde werden immer ganz toll gepflegt. Also hatten wir viel Zeit, um mit Kathrin zu schmusen und zu kuscheln. Unser Fazit - Kathrin macht die Haare schön - wir wollen dich wieder sehen.

Zwischendurch gab es genügend Zeit, um bei dem tollen Sonnenschein durch den Wald zu toben oder auch über die kleine Händlermesse zu schlendern. Da gab es Schuhe (leider nicht zum Spielen) von der Schuhoase Kirschner, selbstgemachte Leckerlies von Christel Weiß, die waren so lecker, dass sich sogar unsere Zweibeiner daran vergriffen. Dann informierten die Firmen Reico und Vorwerk über ihre aktuellen Produkte. Einer durfte natürlich nicht fehlen, Werner Bellstedt mit all den Dingen, die ein Hund braucht.

Führgeschirre, Halsbänder, Leinen und ganz viel Spielzeug. Manchmal hatte man das Gefühl, es gibt morgen nichts mehr zu kaufen, so ein Gedränge war dort am Stand. Am Samstagabend gab es eine Hundetombola - nein, es wurden keine Hunde verlost, sondern es gab ganz viele Preise für uns Vierbeiner, die uns mehrere Hundefutterfirmen gespendet hatten. Es folgte dann der Höhepunkt des Abends. Keiner wusste, was nun kam. Volker Schilling hielt eine tolle Laudatio für den Führhund des Jahres 2015. Die Arbeitskreisleitung hatte es sich nicht leicht gemacht mit der Entscheidung, aber zum Schluss war die Abstimmung einstimmig. Der Führhund des Jahres ist Katu aus Wilhelmshaven geworden. Außer einer schönen Urkunde erhielt Katu noch ein tolles Hundebett, was sie auch gleich bezog und den ganzen Abend nicht mehr verließ. Dass so ein Titel natürlich bis spät in den Morgen gefeiert werden musste, ist jedem klar.

Am Sonntagvormittag informierte uns dann noch Christiane Möller vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband über rechtliche Fragen zum Thema Führhund. So mancher Paragraph wurde entstaubt und so manche Mythe gerade gesetzt.

Mit einem kurzen Ausblick auf 2016 und der Manöverkritik endete dieses tolle Seminar, was wohl allen gefallen hat.

Danach hieß es dann "Gut Wuff, bis zum nächsten Jahr".

Gerda Mittag