Frauengruppe
Kontakt: Blinden- und Sehbehindertenberatungsstelle 0421 - 24 40 16 - 11
1995 wurde die Idee geboren, eine Frauengruppe zu gründen. Für jedes Treffen war ein Thema vorgegeben, über das lebhaft diskutiert wurde.
In den Anfängen waren wir fünf bis sieben Frauen. Da unsere Unternehmungen mehr wurden, wird die Gruppe so gut angenommen, dass wir inzwischen circa zwanzig Frauen sind. Auch Begleitpersonen sind herzlich willkommen und somit wurde es in unseren Räumen zu klein.
Mittlerweile treffen wir uns, wenn keine Unternehmungen stattfinden, im Restaurant in der Innenstadt oder auch im Clubraum in unserem Verein.
Einige Male luden wir Referenten zu uns ein: Einen Notar, der uns über das Erbrecht informierte; eine Apothekerin, sie erzählte uns etwas zu freiverkäuflichen Medikamenten; ein sehr bewegender Vortrag war der über das Hospiz; durch ein sehendes Mitglied unserer Frauengruppe, kamen wir in den Genuss eines Gedichte-Lieder-Nachmittages.
Einige von vielen Fahrten und Besichtigungen möchte ich gern auch noch herausgreifen: Das Auswanderermuseum in Bremerhaven, den Hundertwasserbahnhof in Uelzen, eine Fahrt nach Hamburg in die Blindenhörbücherei mit anschließender Stadtrundfahrt. Auch in Bremen waren wir viel unterwegs: im Schulmuseum, Führung durch den Schnoor, Besuch in einem Kloster, wo wir sehr nett aufgenommen wurden.
Diese Zeilen sind ein kleiner Abriss dessen, was die Frauengruppe in den letzten Jahren unternommen hat.
Vorgesehen sind die Treffen für den 3. Freitag im Monat. Die Termine und Orte variieren aber je nachdem, was wir geplant haben.
Edna Bäkefeld
30 Jahre Frauengruppe Wenn das kein Grund zum Feiern ist!
Im Oktober 1995 besuchten Hannelore Sommer und Martina Reicksmann Renate Schubert. Dieses Treffen war der Grundstein für die Frauengruppe unseres Vereins. Für jedes Treffen wurde ein Thema ausgewählt. Anregungen dafür holten wir uns unter anderem bei den alljährlichen Seminaren der Beauftragten für die Frauenarbeit im Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband. In den Anfängen waren wir fünf bis sieben Frauen. Zunehmend planten wir auch Unternehmungen. Mit der Zeit wurde die Gruppe so gut angenommen, dass wir inzwischen rund 20 Frauen sind.
Anfangs fanden die monatlichen Treffen bei einer Teilnehmerin zu Hause statt. Tupperpartys und Schmuckpartys waren sehr beliebt. Wir betätigten uns aber auch künstlerisch, zum Beispiel übten wir uns im Origami oder wir falteten Servietten zu Kunstwerken. Jedes Jahr gab es eine Weihnachtsfeier, die anfangs auch in einer Privatwohnung stattfand. Der Besuch eines Weihnachtsmärchens stand auch häufig auf unserem Programm. Heute beschließen wir das Jahr immer mit einem Weihnachtsessen im Restaurant.
Nachdem der Verein 2008 in die Schwachhauser Heerstraße 266 umgezogen war, trafen wir uns im Gruppenraum in der dritten Etage. Dieser wurde schnell zu klein, so dass wir uns - wenn keine Ausflüge geplant waren - im „Hotel zur Post“ am Bremer Hauptbahnhof zusammenfanden.
Nach der Coronazeit blieb das Café Hauptmeier im „Hotel zur Post“ geschlossen, so dass wir neue Räume suchen mussten. So trafen wir uns 2021 zunächst im Clubraum beim Blinden- und Sehbehindertenverein und danach im „Marriott-Hotel“ gleich hinter dem Bremer Hauptbahnhof. Leider wurde der Service dort für uns schlechter, so dass wir auf andere Lokalitäten ausgewichen sind. Wir hatten aber nirgendwo die nötige Ruhe, um Gespräche führen zu können. Daher fanden wir uns im Oktober 2022 wieder im Clubraum beim Blinden- und Sehbehindertenverein zusammen.
Seit Mai 2025 treffen wir uns nun beim Netzwerk Selbsthilfe in der Faulenstraße 31 in Bremen. Martina Reicksmann und Regine Griffiths haben diesen Treffpunkt für uns organisiert. Hier müssen wir uns zwar selbst versorgen, haben dafür aber einen eigenen Raum und brauchen auch keine Raummiete zu zahlen.
Anfangs leitete Renate Schubert, die im Sommer 2021 leider verstorben ist, unsere Frauengruppe. Seit Sommer 2021 leiten wir uns selbst, das bedeutet, dass jeder Vorschlag machen und die Treffen beziehungsweise Ausflüge organisieren kann. Unser Motto sollte von nun an sein: „Vor jedem Auseinandergehen gibt’s den Termin fürs Wiedersehen“. Der Kontakt zur Frauengruppe läuft über die Beratungsstelle.
Seit März 2020 gibt es eine WhatsApp-Gruppe, die von Hannelore Sommer erstellt wurde. In dieser Gruppe wird über bevorstehende Treffen informiert. Wer WhatsApp hat, kann sich hierüber melden und mitteilen, ob sie an einem Treffen teilnehmen möchte oder nicht. Wer kein WhatsApp hat, bekommt die Infos per E-Mail oder per Telefon.
Wenn keine Ausflüge geplant waren, haben wir bei Kaffee und Kuchen miteinander geplaudert, Vorschläge gesammelt, was wir zukünftig machen wollen, zur Adventszeit wurden hin und wieder vorweihnachtliche Geschichten vorgelesen, oder wir haben Leute zu uns eingeladen.
Beispielsweise hatten wir einen Referenten vom Deutschen Roten Kreuz zu Gast. Eine Dame präsentierte selbst gemachte Armbänder aus Leder, auf die sie auf Wunsch ein Wort oder den eigenen Namen mit Perlen stickte. Wir haben “Gräulich“ gespielt. Hierbei musste jede etwas mitbringen, was sie nicht mehr gebrauchen konnte, worum dann gewürfelt wurde. Bei einem Treffen haben wir fünf verschiedene Farberkennungsgeräte miteinander verglichen. Eine Anbieterin für Reisen speziell für blinde und sehbehinderte Menschen war bei uns zu Gast, und ein Imker bot uns seinen Honig an. Eine Mitarbeiterin der Polizei Bremen gab uns wertvolle Tipps für unsere persönliche Sicherheit.
Seit 2014 ist Petra Hass unsere Chronistin. Zahlreiche Berichte über die Aktivitäten der Frauengruppe sind bereits in unserem Vereinsrundschreiben „Blickpunkte“ erschienen. Hier möchten wir in einem Rückblick einige Unternehmungen erwähnen, auch als Erinnerung für diejenigen, die unsere Frauengruppe all die Jahre mit Leben gefüllt haben.
Wir unternahmen Stadtführungen in Verden, Stade, Osterholz-Scharmbeck, Lilienthal, mit allen Sinnen durch Oldenburg, mit der Kutsche durch Lüneburg, mit dem Bus durch den Containerhafen in Bremerhaven, mit dem Stadtmusikantenexpress durch Bremen. Ein Stadtgang führte uns auch an „Frauenplätze in Bremen“.
Mit der „Marie“ schipperten wir auf dem Emma-See entlang. Mit dem Torfkahn „Moorbeke“ fuhren wir durch die Bremer Kanäle. Am Dümmer charterten wir ein Segelschiff, das uns zu einer Aalräucherei brachte und wo wir viele interessante Informationen erhielten. In diesem Sommer ging es mit der Barkasse „Vegebüdel“ von Vegesack zur Burger Brücke und zurück. Wir hatten Führungen bei Radio Bremen, durch den Flughafen in Bremen, besuchten die Justizvollzugsanstalt in Oslebshausen, die Hauptwache der Feuerwehr, die Bahnhofsmission, den Deichverband und die Norddeutsche Hörbücherei in Hamburg.
Wir besuchten den Zoo in Hannover und in Osnabrück, hatten eine Führung durch den Tierpark in Lauenbrück und im Wolfcenter in Dörverden.
Wir waren in einem Schokoladenladen in Findorff. Dort konnten wir Schokolade mit unterschiedlichen Kakaoanteilen testen. Wir besuchten die Bremer Bonbonmanufaktur in der Böttcherstraße und die Lebkuchenmanufaktur bei der Familie Manke & Coldewey in der Bremer Überseestadt und probierten sämtliche Sorten von Elisen. Bei „Pressgut“ lernten wir, wie aus den verschiedensten Zutaten Säfte gemacht werden und kosteten sie.
Wir waren in vielen Museen und auch in Mitmachmuseen, wie beispielsweise im „Köksch un Qualm“ in Bremen-Burg, wo wir unter anderem ausprobieren konnten, wie früher Butter hergestellt, Wäsche gewaschen und Seife gemacht wurde. Wir besuchten die „Maystätte“ in Falkenberg, ein Haus, welches aus 120 Baumstämmen besteht und konnten dort selbst Kerzen drehen. Im Bremer Geschichtenhaus begegneten wir Persönlichkeiten aus der Vergangenheit und im Universum Bremen beschäftigten wir uns mit wissenschaftlichen Themen wie zuletzt mit den Anwendungsbereichen von künstlicher Intelligenz.
Auch besuchten wir zahlreiche Ausstellungen, zum Beispiel im Überseemuseum und in der Botanika in Bremen sowie im Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven. Im „Haus der Blinden“ ließen wir uns in der Aus-stellung „Taktile Kunst“ von den Werken der sehbehinderten Malerin Aleksandra Gogol-Collins begeistern.
Die Frauengruppe hat auch ein paar Reisen unternommen. Die erste Fahrt ging mit einer Kleingruppe nach Osterode im Harz zu einem früheren Erholungshaus für blinde und sehbehinderte Menschen. Unser 20-jähriges Jubiläum begingen wir im Oktober 2015 in damaligen Aura-Hotel Bad-Meinberg. Und den 25. Geburtstag der Frauengruppe feierten wir im September 2020 im den „Ostseeperlen Boltenhagen“. Leider musste auch dieses Aura-Hotel inzwischen geschlossen werden.
Diese Treffen und Ausflüge wären nicht möglich, wenn wir nicht unsere ehrenamtlichen und freiwilligen Helferinnen und Helfer hätten. Aus diesem Grunde bedanken wir uns bei allen ganz herzlich für ihre Unterstützung. Last not least möchten wir uns ganz besonders auch bei euch Frauen bedanken. Ohne euch hätte es die Frauengruppe nie gegeben. Es gäbe unsere Treffen nicht, unsere Ausflüge hätten nie stattgefunden, und wir hätten heute keinen Anlass zum Feiern.
Petra Hass und Martina Reicksmann